Resthitze-Rezept #1

Komischerweise hat mein Grill immer dann die perfekte Glut, wenn ich mit dem eigentlichen Grillen fertig bin – gut, man ist ungeduldig und hat Hunger, oder hat eh zu viel Kohle im Höllenfeuer. 

Aber natürlich kann man mit der Resthitze im Backofen einiges anstellen. 

Wir hatten einige Kartoffeln übrig und daraus entsteht im Nu und quasi fast von alleine ein toller Kartoffelsalat. 

Einfach die Kartoffeln so wie sie sind, mit Schale indirekt eine Stunde per Resthitze mit geschlossenem Grilldeckel backen, bis sie aussen schrumpelig und trocken sind.

Dann mit Schale würfeln.

Ein bisschen Joghurt dran, und frischen Schnittlauch. Idealerweise wächst der direkt neben dem Grill. Salzen – etwas Paprikapulver- fertig! Schmeckt schön nach Röstaromen und ist kalt und lauwarm ein Fest. 

Demnächst weitere Ideen auf diesem Kanal. 

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Ball Tip

Mhhhm.. Ball Tip! Ein hierzulande fast völlig unbekanntes Stück vom Rind, heute vom Black Angus. Also quasi der Popo. Gerubbed mit Magic Dust. Ein bisschen scharf, ein bisschen salzig, ein bisschen geil! Scharf angebraten und dann auf 52 Grad KT gezogen… Soooo good!

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Prinzipiell zubereitet wie ein Roastbeef.

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Und das Resultat.. unglaublich.

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Ein echter Leckerbissen! Vielen Dank auch an Don Carne in Neuss!

Unschlagbare Lammkoteletts

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Lammkoteletts sind meine absoluten Grill-Favoriten. Schnell und scharf angegrillt ein mediterraner Traum auf dem Teller.
Wir kaufen sie in Grevenbroich-Hemmerden, in der Lammschlachterei Lupp. 2 Kg frisch geschnitten kosten hier unschlagbare 29 Euro! Dazu demnächst mehr.

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Ich mariniere sie meist einige Zeit in einer Marinade, die ich aus Griechenland kenne.
Dazu einfach gutes Olivenöl mit einem Schuss Zitrone, Salz und Oregano  vermischen und die Koteletts mit der Marinade in einer Plastikdose ordentlich durchschütteln.
Mehr braucht es nicht.
Ein paar Koteletts grillen wir ohne alles und geben am Ende nur Meersalz drauf.

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Der Vorteil bei Lammkoteletts: sie sind ideal, wenn es am Grill mal schnell gehen soll.
Einfach scharf angrillen und wenige Minuten indirekt ziehen lassen. Dazu ein schönes Tzatziki und feddich!

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Grill and Chill deluxe

Es gibt Steak… Es gibt Tafelspitz… Und es gibt Tafelspitz vom Txogitxu…Wir sind gerade im 7. Fleischhimmel.

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Man nehme: einen schönen Tafelspitz, oder auch Picanha genannt. Wichtig ist dabei vor allem eins: ein vernünftiger Fettdeckel. Der Tafelspitz ist das dreieckige Schwanzstück des Rindes, von Rasse zu Rasse wurde es unterschiedlich ernährt, das und auch das Alter der Tieres bei der Schlachtung machen den Fettdeckel aus. Warum ist der gerade wichtig? Nicht nur der einzigartige Geschmack ist ausschlaggebend, das Fett umhüllt das Fleisch außerdem während des Grillens mit Motor, und mit jeder Rotation umschmeichelt das saftige Öl das Picanha und es bleibt wunderbar zart.

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Wir schneiden den Tafelspitz in gleichmäßige Stücke und reiben diese mit Meersalz ein. Mehr braucht es nicht.

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Das Ganze wird ein wenig bei Zimmertemperatur liegen gelassen. Dann kommt der schwierige Teil. Das Fleisch muss auf den Spieß. Das war beim Txogitxu schwierig, da es roh schon so zart ist, dass es immer aus der Hand flutscht.

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Man krümmt es U-förmig und spiesst es dann auf. Ich fixierte es noch an manchen Stellen zusätzlich mit kleineren Spießen, damit es keine Unwucht hat und sich ordentlich dreht.

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Die Kohle hat schon Temperatur und kommt in die Körbe. So können wir die Kohle schieben, wie wir sie brauchen.

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Der Tafelspitz ist für alle slow and low  Liebhaber perfekt. Man lässt es etwas garen und dann schneidet man die erste Schicht ab, der Spieß kommt dann wieder auf den Grill. So kann man das Schmausen über Stunden hinziehen.

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Das Fleisch ist so außen immer gut geröstet und innen rare.

Ein besonderer Dank gilt hier unseren griechischen Freunden, welche uns den 1a Motor schenkten. Wäre ja noch schöner, wenn wir das per Hand drehen würden… nö. Wir lassen rotieren und genießen.

Es ist das unfassbarste Stück Fleisch, das man essen kann. Der Geschmack ist unbeschreiblich. Ein intensiver Fleischgeschmack, schön salzig. Ich würde ein Picanha jederzeit einem Steak vorziehen – es ist nicht vergleichbar. Wir laden euch gern mal dazu ein.
Ich kann schon sagen – wir haben es mittlerweile perfektioniert.

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Das essbare Schweizer Messer

Wenn ich an Argentinien denke, fällt mir spontan folgendes ein:
Madonna, Maradona und Rindfleisch.Erstgenannte allerdings nicht, weil sie italienischer Abstimmung ist, genau wie ein Großteil der Argentinier. Eher weil sie in diesem Musical, das ich nicht gesehen habe, dieses Lied singt, dessen Refrain jetzt schon wieder in Dauerschleife in meinem Kopf dudelt. Na, Evita – „Don’t cry for me…“ – wirkt. Oder?An Diego Armando Maradona muss ich unweigerlich denken, weil er einfach eine obercoole, wenn auch komplett durchgepeitschte Socke ist.Und zum Rindfleisch habe ich mich hier ja bereits geäußert.

Deshalb geht es heute, wie versprochen, um Chimichurri.

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Zugegeben, das Wort „Chimichurri“ klingt lustig, exotisch und ich kann es mir auch nirgendwo her ableiten. Um die Herkunft dieses Namens ranken sich ähnlich viele Mythen wie um den Ursprung des Kürzels „OK“. Eins weiß ich allerdings ziemlich genau, es ist nicht jiddischen Ursprungs.
Dieses Zeug ist am ehesten mit Pesto zu vergleichen. Mal etwas flüssiger als Soße, mal etwas fester, eher wie Paste. Je nachdem, wie man es mag. Das liegt einzig daran, wie viel Öl verwendet wird. Chimmichurri wird in der Regel beim Asado serviert.
Hauptbestandteil dieser Wundertinktur ist Petersilie oder eben Öl. Kommt ganz darauf an, wie flüssig das Chimichurri werden soll.
Ich verwende meist Olivenöl. Das bekommen wir üblicherweise von Freunden auf Korfu und auf  Kreta. Dazu mehr in Bälde.
Mit italienischem Olivenöl werden es wahrscheinlich im 19. Jahrhundert  Auswanderer vom Stiefel gemacht haben, als sie Argentinien zu ihrer neuen Heimat erklärten. Außerdem hätten sie typischerweise noch Oregano und Thymian im Gepäck und ganz sicher auch ein Lorbeerblatt.
Irgendwann hatte dann wohl jemand dazu noch Knoblauch, eine Schalotte eine Zitrone und Chilies zur Hand. Vermutlich ist er dann mitten in der Pampas auf die Idee gekommen, dass das alles zusammen toll schmecken könnte. Und das am besten zu gegrilltem Fleisch. Ich finde das ist gar nicht so abwegig. Ich für meinen Teil bekomme gerade mächtig Kohldampf.
Das Zeug ist so ein Knaller, dass auch meine Mutter jetzt ständig ein Glas Chimichurri im Kühlschrank hat. Und es schmeckt wirklich zu allem. Also allem, womit ich es bisher probiert habe.
Lust bekommen? So mache ich es:
Genug Olivenöl
2 Bund glatte Petersilie
2 Knoblauchzehen
2 Schalotten
Oregano
Thymian

Zitronenabrieb (manchmal auf den Saft)

Chilies
2 Lorbeerblätter
Die Petersilie grob hacken und dann mit dem Knoblauch, den Kräutern und dem Zitronenabrieb sowie dem Öl ab in die Küchenmaschine. Gib ihm! Man kann das Zeug auch mörsern – ist bei der Masse aber ewig aufwendig und ich finde, im 21. Jahrhundert darf man auch ’nen Mixer benutzen.
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Die Schalotten und die Chilies fein hacken und in die Masse rühren.
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Das Ganze wird dann in ein Schraubglas gefüllt, die Lorbeerblätter reingesteckt und dann landet das ganze im Kühlschrank – für 2 Wochen.
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Diese 2 Wochen sind der Grund dafür, dass auch ruhig in einem Zweipersonenhaushalt 2 Bund Petersilie nicht zu viel sind. Denn man will sicher auch vorher wissen, wie das Zeug schmeckt und da es von Tag zu Tag besser wird…

Das Fleisch zum Sonntag

Es ist nie zu kalt, um den Grill anzuwerfen, insbesondere dann nicht, wenn man ein Txuletón auf dem Plan hat. 1,3 Kilogramm reinster Geschmacksorgasmus… sorry, das darf einfach nicht in die Pfanne.

Das Fleisch soll diverse Geschmacksnoten aufweisen, zum Beispiel Buttermilch, Heu oder Gras. Diese Kuh hat lange gelebt und gutes Futter genossen – all das macht den unvergleichlichen Geschmack aus. Der Geruch alleine, wenn man es aus der Verpackung holt – echt mega. Erinnert mich direkt an ein gut abgehanges Stück Tafelspitz.

auf brett

Als allererstes holt man das Fleisch gute 2-3 Stunden vor dem Grillen aus der Kühlung damit es auf Zimmertemperatur kommt. Wichtig beim Grillen dieses guten Stückes ist: Viel Platz auf dem Grill – denn wo Fett ist, ist auch Flamme. Das Ding wird scharf angegrillt und dann indirekt weitergegart bis es eine Kerntemperatur von 54 Grad hat. Es soll „rare“ werden, also blutig, bzw. „englisch“ – wir wollen nicht, dass die Kuh ein zweites Mal stirbt. Dazu braten wir es 5-6 Minuten von beiden Seiten gut an – dann den Deckel drauf und das ganze 10-15 Minuten auf die gewünschte Temperatur mittels Thermometer bringen.

auf grillfast fertig

Und das Ergebnis… ein perfekter Ausklang für dieses Wochenende, der Geschmack ist unbeschreiblich – extrem zart und dabei einen leckeren Eigengeschmack. So teuer es auch ist – man sollte es sich mal gönnen. Wir gucken uns an und schweigen – besser geht einfach nicht.

perfekt zubereitettellerfertigfett gelb

Ich würde fast soweit gehen und sagen: Irgendwo im Kuhhimmel sitzt ein Tier und behauptet, es wäre nie besser zubereitet worden.

 

 

Am Samstag gab es noch den irischen Weideochsen aus dem selbstgebauten 800-Grad-Grill – das Gerät bekommt demnächst hier einen eigenen Post, das sind wir ihm schuldig.

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ochsebeefer

Mit relativ wenig Aufwand kann man sich so ein „heisses Teil“ selber bauen. Mal schauen, ob wir die genaue Bauanleitung verraten…

Famose Sonntagsgrüße,

Sarah und Deniz